Aktuell

Koordinations- und Fachstelle gegen Diskriminierung auf dem Wohnungsmarkt ab Sommer 2017

UrbanPlus hat für die Landesstelle für Gleichstellung - gegen Diskriminierung (LADS) ein Gutachten für ein Interventionssystem gegen Diskriminierung auf dem Berliner Wohnungsmarkt erarbeitet, das im Februar 2017 einer Fachöffentlichkeit vorgestellt wurde. Im März 2017 führte die Senatsverwaltung für Justiz, Verbraucherschutz und Antidiskriminierung auf der Basis der Koalitionsvereinbarungen der neuen Berliner Landesregierung ein Interessenbekundungsverfahren durch zur Umsetzung einer  Koordinations- und Fachstelle gegen Diskriminierung auf dem Wohnungsmarkt.

Ergebnis dieses Interessenbekundungsverfahrens ist, dass die Fachstelle in einer Kooperation zwischen dem Büro UrbanPlus und dem Türkischen Bund in Berlin-Brandenburg betrieben wird.

Das Gutachten können Sie hier downloaden.

Pressemitteilung der Senatsverwaltung für Justiz, Verbraucherschutz und Antidiskriminierung zur Fachstelle: http://www.berlin.de/sen/justva/presse/pressemitteilungen/2017/pressemitteilung.583575.php

EXPERIMENTDAYS 2017 zum Thema Gemeinwohlorientierung durch Kooperation

Die 15. Netzwerkveranstaltung gemeinschaftsorientierter Wohnprojekte, EXPERIMENTDAYS findet am 11.-13. Mai 2017 in der Friedrich-Ebert-Stiftung Berlin statt, in Kooperation mit id22 als Initiator*innen der EXPERIMENTDAYS und der Netzwerkagentur GenerationWohnen. Sie widmet sich Fragen von Gemeinwohlorientierung durch Kooperation. Bauen und Wohnen ist mehr als Rendite. Genossenschaften, einige Baugruppen und selbstorganisierte Wohnprojekte verbinden Wohnen und Leben zur gemeinsamen Gestaltung vor Ort, über die Grenzen der eigenen Wohnung, des eigenen Hauses hinaus. Sie zeichnen sich also durch eine besondere Gemeinwohlorientierung aus. In den vergangenen Jahren zeigen diese Projekte in Berlin ein wachsendes Interesse an der Kooperation sowohl mit Städtischen Wohnungsbaugesellschaften als auch mit Sozialen Trägern, um gemeinsam sozial gemischte Quartiere entstehen zu lassen. Die Netzwerktagung stellt zur Diskussion, worin der besondere Mehrwert solcher Projekte für die Stadt liegt und welche Rahmenbedingungen die Berliner Politik schaffen kann, um notwendige Kooperationen für inklusive Wohnprojekte zu stärken.

Dr. Christiane Droste und Thomas Knorr-Siedow sind Mitglieder des Fachbeirats der EXPERIMENTDAYS 2017 und moderieren Teile der Veranstaltung.

 

 

© id22/FES 2017
© id22/FES 2017

Gesundheit zielgruppensensibel managen: Das Beispiel Krebsvorsorge

Die Aussage „Frauen sind anders krank als Männer“ ist eine Grundlage geschlechtersensibler Gesundheitsvorsorge und sie gilt auch im Bereich von Krebserkrankungen. Dementsprechend ist das vielfältige Angebot zur Vorsorge- und Früherkennung von Krebserkrankungen auch daraufhin zu betrachten, wie Männer und Frauen jeweils angesprochen werden. Die Erkenntnis, dass „Männer anders krank sind als Frauen“ berücksichtigt das Bezirksamt Lichtenberg bereits seit 2010, insbesondere in der Qualitätsentwicklung, Planung und Koordination des öffentlichen Gesundheitsdienstes (OE QPK). Ziel kommunaler Präventionsstrategien und Gesundheitsförderung ist es dabei, Bürger*innen und auch  Mitarbeiter*innen des Bezirksamts gezielt zu befähigen, Entscheidungen zu treffen, die ihre Gesundheit positiv beeinflussen. Im Gender-Budgeting-Projekt „Gesundheit zielgruppensensibel managen: Das Beispiel Krebsvorsorge“ entwickelte die QPK unter Leitung von Dr. Sandra Born unterstützt durch UrbanPlus ein Modell für ein „Gesundheitsbewusstes Bezirksamt Lichtenberg“ und einen  Vorschlag für einen Maßnahmenplan zur Krebsvorsorge und Gesundheitsförderung.

Die Publikation zum Projekt mit dem Maßnahmenplan können Sie hier downloaden.

„Verstetigung aktiv gestalten“ im Quartiersmanagement-Gebiet Reuterplatz

Seit 2003 arbeitet das Quartiersmanagement (QM) Reuterplatz im Kontext des Programms Soziale Stadt daran, das Zusammenleben der Menschen im Gebiet zwischen dem Kottbusser Damm, dem Maybachufer, der Weichselstraße und der Sonnenallee insbesondere für Menschen in sozial oder ökonomisch benachteiligter Lage lebenswerter zu gestalten. Diese besondere Form einer gemeinsamen Arbeit verschiedenen Akteure am Quartier, unter Beteiligung der Bewohner_innen, wird Ende 2016 beendet. In einem sogenannten „Verstetigungsprozess“ sollen bis zu diesem Zeitpunkt die wesentlichen mit Unterstützung des QMs entwickelten Angebots-, Informations- und Netzwerkstrukturen soweit gefestigt werden, dass deren Bestehen auch für die Zukunft gesichert bleibt.

Die beiden zentralen Fragestellungen des Projektes „Verstetigung aktiv gestalten“, mit dem UrbanPlus seit Sommer 2014 beauftragt ist, lauten: Welche Zusammenarbeit zwischen Institutionen der Bildung, Kultur und Wirtschaft und der Bezirksverwaltung sind zukünftig notwendig? Wie kann ein sozial aktives und diverses Quartier durch eine selbstbewusste Bewohnerschaft getragen werden, in welchen Formen bürgerschaftlicher Selbstorganisation und auf der Basis welcher Voraussetzungen? Siehe auch www.reuter-quartier.de.

 

 

Internationale Fachtagung Stadt der Zukunft – Stadt der Vielfalt

Das Land Berlin steht aktuell vor großen Herausforderungen der Stadtentwicklung. Im Mittelpunkt stehen hierbei die Wohnungsversorgung und die Sicherung bezahlbarer Mieten. Die Entwicklung eines "Stadtentwicklungskonzepts 2030", des "Stadtentwicklungsplans Wohnen", der Urban Living Award sowie Überlegungen zur Neuausrichtung von Liegenschaftspolitiken reagieren auf diese Herausforderungen. Dabei ist es zur Sicherung urbaner Lebensqualität für alle Bevölkerungsgruppen von großer Bedeutung für die aktuelle Stadtentwicklungspolitik, der Vielfalt der Bedürfnisse der Bürgerinnen und Bürger unterschiedlichen Geschlechts, unterschiedlicher Lebensstile, Altersgruppen und Herkunft beteiligungsorientiert Rechnung zu tragen.

Vor diesem Hintergrund lud die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Umwelt in Zusammenarbeit mit der Geschäftsstelle Gleichstellung der Senatsverwaltung für Arbeit, Integration und Frauen am 24. - 25. Oktober 2013 zur internationalen Fachtagung "Stadt der Zukunft – Stadt der Vielfalt" ein. Thematisch wurden verschiedene Handlungsfelder aufgenommen, die für eine Gender Diversity sensible Stadtentwicklung von Bedeutung sind: selbstbestimmtes und gemeinschaftsorientiertes Wohnen‚ Freiräume für kulturelle Vielfalt, zielgruppengerechte Nahverkehrsplanung, zielgruppensensible Online-Beteiligung, Zeitpolitik und urbane Sicherheit.

Vor diesem Hintergrund konzipierte und organisierte UrbanPlus für die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Umwelt in Zusammenarbeit mit der Geschäftsstelle Gleichstellung der Senatsverwaltung für Arbeit, Integration und Frauen 2013 die internationale Fachtagung "Stadt der Zukunft – Stadt der Vielfalt" . Thematisch wurden verschiedene Handlungsfelder aufgenommen, die für eine Gender Diversity sensible Stadtentwicklung von Bedeutung sind: selbstbestimmtes und gemeinschaftsorientiertes Wohnen‚ Freiräume für kulturelle Vielfalt, zielgruppengerechte Nahverkehrsplanung, zielgruppensensible Online-Beteiligung, Zeitpolitik und urbane Sicherheit. UrbanPlus erarbeitet aktuell acht thematische Broschüren zur Umsetzung von Gender Mainstreaming in diesen Handlungsfeldern, zur Veröffentlichung Ende 2015. 

www.stadtentwicklung.berlin.de/soziale_stadt/gender_mainstreaming/de/stadt_der_zukunft/index.shtml

 

 

BBSR-Forschungsvorhaben – ‘Mietrecht und energetische Sanierung im europäischen Vergleich‘

Wer zahlt eigentlich für die Energiewende im Wohnungssektor im Wohnungswesen in Europa? In Deutschland werden die gesetzlichen Regelungen und Verordnungen des Mietrechts zur Energieeinsparung teilweise kontrovers diskutiert. Es entsteht der Eindruck einer unausgewogenen Kostenverteilung, wenn Energie-Effizienz-Maßnahmen dauerhaft auf die Miete umgeschlagen werden und die Vermieterseite zugleich Nutznießerin der Wertsteigerung ist, aber die Regeln sind klar. Andere EU Staaten gehen aufgrund anderer mietrechtlicher Traditionen und Praxis nicht in derselben Weise vor, teilweise wird aktuell noch nach einer verlässlichen gesetzlichen Grundlage gesucht.

Das Projekt stellt auf der Basis einer Statusanalyse zum Mietwohnungsbestand einen transeuropäischen Vergleich der Rechtslage und der Auswirkungen unterschiedlicher nationaler Entwicklungspfade her. In einem europäischen Diskurs sollen Vorschläge für eine sozial verträgliche gute Praxis gemacht werden. Das Projekt wird im Auftrag des BBSR in Partnerschaft mit dem Zentrum für Europäische Rechtspolitik, Universität Bremen und der RegioKontext GmbH, Berlin durchgeführt.

Bearbeitung: Thomas Knorr-Siedow